Zitiert: Die deutsche Medien-Beschwerden-System ist umfangreich bis zur Unübersichtlichkeit

Und das dürfte den meisten Akteuren auch recht sein, weil es so bequem ist, wenn gefühlte, reklamierte und manchmal erfolgreich in die Tat umgesetzten Zuständigkeiten sich meist gegenseitig neutralisieren. Beispielsweise vermeldete der Presserat für 2020 durchaus stolz einen “Beschwerderekord” (Altpapier), um anschließend auszuführen, dass sich unter “4.085 eingegangenen” “auch zahlreiche Beschwerden über Radio- und Fernsehbeiträge, für die der Presserat nicht zuständig ist, befanden”. Wer sich über Inhalte öffentlich-rechtlicher Anstalten beschweren will, müsste Beschwerden nämlich bei den zuständigen Aufsichtsgremien einreichen – was noch erheblich müßiger wäre als sich beim Presserat zu beschweren. Immerhin rügt der Rat ja regelmäßig, folgenfrei, aber öffentlich, was sich von Rundfunk- und Fernsehräten nicht behaupten lässt.

Christian Bartels, MDR Altpapier, 07.07.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)