Die sechs Großen nehmen offen, verborgen, in den Staaten, in Belgien Einfluss. Direktes Lobbying, verdeckte Google-Kampagnen, Finanzspritzen, schiere Marktmacht. Das Bild mag schief erscheinen – und ist es doch treffend: Vergleichbar mit dem mittelalterlichen Lehnswesen kontrollieren wenige Konzerne Millionen Nutzer, deren unentlohnte Daten-Arbeitszeit und greifen nach politischen Institutionen.
Mit den aktuellen Bewegungstendenzen eines globalisierten Kapitalregimes könnten Mittelalter-Prognosen rapide Realität werden. Die Finanzoligarchie lebt heute vollkommen abgekoppelt von den Nöten der Milliarden. Gelingt es nicht, wirksame Mittel zu entwickeln, um die Konzerne an die Kandarre zu legen – Entflechtungen, Marktkontrollen, öffentlich-staatliche Alternativen, Stärkung der Eigentumsrechte –, könnte die Welt zum großen Privatstaat Prospera werden.
Luca Schäfer, Telepolis, 21.03.2026 (online)

