Diese Programmreform soll uns eine Überlebenschance für die nächsten fünf bis zehn Jahre geben. Wir können nicht sagen: Die unter 40-Jährigen hören sowieso nur Spotify, also ignorieren wir sie und kümmern uns nur um die Älteren. Die heute 30- oder 40-Jährigen werden in einigen Jahren eine prägende Rolle in der Gesellschaft spielen. Wir müssen unser Profil bewahren und weiterentwickeln, damit wir auch von diesen Menschen akzeptiert und gesucht werden. […]
Wir haben keinen Plan X, Y oder Z für eine weitere Reform in drei oder vier Jahren. Jeder Sender muss sich jedoch darauf einstellen, dass die zeitsouveräne Nutzung wichtiger wird: Ich möchte jetzt zu einem bestimmten Thema etwas hören, und dafür nehme ich mir eine halbe Stunde Zeit. Gleichzeitig wollen wir denen, die treu unser Radio hören, nicht sagen: Ihr interessiert uns nicht mehr. Deshalb ist diese Reform so nah an unserer Substanz.
Stefan Raue, berliner-zeitung.de, 17.08.2026 (online)

