Lineares Programm ist darauf ausgerichtet, Erwartungshaltungen zu bedienen. Das gilt gerade am Vorabend mit seinen sehr geprägten Sehgewohnheiten. In der sogenannten Access Primetime kurz vor der „Tagesschau“ kämpfen alle um viele Zuschauerinnen und Zuschauer. In diesem harten Wettbewerbsumfeld ist wenig Raum zum Ausprobieren. Allerdings verfügt die ARD über Dritte Programme, die ausgezeichnet als Teststrecke funktionieren. So hat der NDR zum Beispiel „Gefragt – Gejagt“ gefunden. Im Vorabend wollen wir unser Programm kontinuierlich besser machen. Es geht darum, das Erfolgreiche zu optimieren – ohne die Wiedererkennbarkeit des Platzes aufzugeben. Dazu gehören auch programmplanerische Innovationen, etwa ein 90-Minuten-Film am Hauptabend, der auf eine neue Vorabendserie in der kommenden Woche hinweist und fast die Funktion eines Trailers übernimmt. Da haben wir inzwischen viele Erfahrungen gesammelt. Die Zuschauererwartung zu treffen, auf einem ständig höheren qualitativen und quantitativen Niveau – das ist das Ziel dabei.
Frank Beckmann, epd medien, 23.10.2020 (online)