Von einer Maschine, die ihr vermeintliches Wissen der Leistung von Menschen verdankt, die dafür nicht entlohnt werden, und es im Zweifel nicht so genau nimmt, bei Quellen oder wörtlichen Zitaten zum Beispiel? Warum soll dafür jemand Geld bezahlen und eine Zeitung kaufen? […]
Die Frage ist nicht, was der Verleger Friedrich und der Konzernboss Döpfner als billigen Popanz aufbauen – ob Künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Schon wer mit Google arbeitet, ist automatisch von ihr umfangen. Die Frage ist, bis zu welchem Punkt sie reichen darf und ob der Mensch tatsächlich die Kontrolle hat oder ersetzt wird. Wer KI-Texte im Dutzend billiger raushaut und nicht einmal mehr kennzeichnet, verweigert sich dieser Debatte und handelt verantwortungslos.
Michael Hanfeld, faz.net, 18.06.2026 (online)

