Medien beeinflussen die Wahlentscheidungen der Bürger*innen zwar nur gering, aber wenige Prozente können das politische Spektrum in Deutschland verschieben. Grund genug, die Wahlkampfberichterstattung aus demokratischer Sicht genauer unter die Lupe zu nehmen – ihre Knackpunkte und ihre Perspektiven.
Die Hamburger Kommunikationswissenschaftlerin Judith Möller erläuterte vor der Bundestagswahl 2025, dass Medien nur zu fünf bis zehn Prozent für Wahlentscheidungen verantwortlich sind. Wichtig seien eher persönliche Faktoren – wo und wie man aufgewachsen sei, mit wem man über die Wahl und Politik spreche, welche Medien man nutze. Die Bedeutung von Informationsquellen für die Wahlentscheidung sei aber gewachsen, weil die Parteibindung sinke, es mehr Wechselwähler*innen gebe und gleichzeitig das Interesse an Nachrichten und politischen Informationen schwinde. […]
Der Einfluss einzelner Fake News auf das Wahlverhalten sei eher gering, so Möller. Wichtiger sei der langfristige Effekt: „Soziale Medien prägen, welche Themen als relevant gelten und was als normal empfunden wird.“ […]
Bärbel Röben, M(verdi), 08.04.2026 (online)

