Zitiert: Eine mediale Brandmauer zur AfD existiert nicht

Sie hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben. Das wurde zuletzt sehr deutlich, auch wenn sich die Rechtsextremisten gern in eine Opferpose werfen und so tun, als fänden sie nirgends Gehör. Die Wahrheit ist: Seit Jahren treibt die AfD die anderen Parteien und auch die Medien vor sich her. Einige Redaktionen, dazu gehören die „Frankfurter Rundschau“, die „Süddeutsche Zeitung“ und „Der Spiegel“, verzichten zwar auf Interviews mit Alice Weidel oder Tino Chrupalla, aber es bleiben für die AfD genügend Medien übrig, um sich auszubreiten. Inhaltlich bestimmt sie die Agenda ohnehin, kein Medium bleibt davon unberührt.

Was die Verhältnisse verschlimmert, ist der Flirt etlicher Medienleute mit populistischen Positionen. Hier kann die AfD einhaken. So ist eine Kulturkampf-Fraktion entstanden, die Publizisten wie den Springer-Journalisten Ulf Poschardt einschließt. Leute wie er mögen betonen, dass sie selbst mit der AfD nichts zu tun haben wollen. Doch Themen und Gestus sind oft sehr ähnlich oder sogar gleich.

Tanjev Schultz, fr.de, 21.09.2026 (online)

 

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)