Das können gesunde Beziehungen sein. Entscheidend ist, dass die Anbieter der Bots zu jedem Zeitpunkt sicherstellen, dass die Nutzenden verstehen: Auf der anderen Seite sitzt ein Algorithmus, keine lebendige Person. […]
Einsamkeit ist in praktisch keiner Studie ein Grund dafür, dass Menschen das ausprobieren. Es gibt Fälle, in denen Leute sagen: Sie waren einsam, deshalb haben sie die App genutzt, und dann ist was daraus entstanden, aber das ist keine starke Korrelation. Deshalb sollten wir nicht auf den Trichter kommen: Wir haben eine Epidemie der Einsamkeit, also verschreiben wir diese Apps wie ein Medikament, und damit haben wir das Problem gelöst. Es ist eine sehr individuelle Frage, inwiefern man so ein Produkt überhaupt für sich als soziale Stimulanz akzeptieren kann.
Jessica Szczuka, sueddeutsche.de, 20.04.2026 (online)

