Im Fernsehen wird zu attraktiven Sendezeiten viel ermittelt, geredet und gesungen. Dokumentiert wird vergleichsweise wenig. Die Zeit, die dafür fehlt, geht in den Talkshowstudios verloren, denen angesichts der erheblichen Konkurrenz hinsichtlich der Besetzung und der Themen wenig Überraschendes einfällt. Dass die Moderatoren politikinteressierte Vollprofis sind und immer wieder im gegebenen Korsett brauchbare Sendungen gestalten, ändert nichts daran, dass dem Fernsehen vor Mitternacht Rausgehjournalismus und die Vermittlung von Realität gut täte.
Philipp Krohn, faz.net, 21.01.2026 (online)

