Zitiert: Förderung der Filmwirtschaft ist aus dem Gleichgewicht

Während Produzenten und technische Dienstleister dank Zwangsabgabe von Streamern und einer Verdopplung der Bundesförderung rosigen Zeiten entgegen sehen können, fehlt es nach wie vor an einer substantiellen Unterstützung der Kinos und Festivals. […]

Anja Weisgerber von der CSU und Wiebke Esdar von der SPD erdachten sich in den Tagen zwischen den Studiobesuchen einen Kompromiss, der das Wohlwollen beider Seiten fand. Es werde zwar ein Gesetz, sagten sie, das berücksichtige aber die Interessen aller. Die Zwangsabgabe betrage nur acht Prozent und alles andere regelten die Öffnungsklauseln (opt-out hört sich besser an). Damit könnten sich die Streamer, von möglicherweise unangenehmen Forderungen nach deutschsprachigen Anteilen oder des Rückfalls von Verwertungsrechten, „freikaufen“. […]

Mit den Opt-out-Optionen hat Weimer die Hoffnung verbunden, die avisierten Investitionen von rund 15 Milliarden Euro in fünf Jahren übertreffen zu können. Allerdings, darauf haben mehrere Verbände unlängst hingewiesen, müssen einer solchen Branchenvereinbarung das BKM oder die Filmförderanstalt (FFA) beziehungsweise die Produzenten oder Sender zustimmen. […] In diesen Öffnungsklauseln steckt der bürokratische Aufwand, den eine Selbstverpflichtung vermieden hätte. […]

Zurecht weisen die Kinoverbände darauf hin, dass sich das deutsche Filmfördersystem nicht mehr im Gleichgewicht befindet. Während die Produzenten gepampert werden, bluten die Kinos aus.

Helmut Hartung, medienpolitik.net, 11.02.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)