Zitiert: Folgen der Politisierung von Wissenschaft für den Journalismus

Die Online-Auftritte vieler Medien finanzieren sich über Reichweite; selbst die sogenannten Qualitätsmedien brauchen Klicks, wenn auch hier die Bezahlschranke einen Teil der Einnahmen generiert. Gänzlich ohne Werbung kommen die wenigsten Nachrichtenseiten aus.

Und tatsächlich klicken die meisten eher an, was nicht in trockener Universitätssprache daherkommt. Dennoch wollen die meisten Verantwortlichen von Clickbait nicht mehr sprechen – auch beim Bonanza-Beispiel kommt vielmehr ein Populismus zum Tragen, der die Leserschaft vor einer „Gängelung der nervigen Klimajournalisten“ zu retten vorgibt.

Das führt zu weiteren Aspekten: zur Dynamik zwischen Wissenschaft und Journalismus im Hinblick auf die Popularisierung von Wissen bei gleichzeitiger Nutzung wissenschaftlicher Strukturen für populistische Zwecke. Und da mischt die Politik ordentlich mit. Die Politisierung von Wissenschaft durch politisch Verantwortliche findet zeitgleich zur Politisierung von Wissen im Journalismus statt.

Katja Thorwarth, fr.de, 28.04.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)