Die Online-Auftritte vieler Medien finanzieren sich über Reichweite; selbst die sogenannten Qualitätsmedien brauchen Klicks, wenn auch hier die Bezahlschranke einen Teil der Einnahmen generiert. Gänzlich ohne Werbung kommen die wenigsten Nachrichtenseiten aus.
Und tatsächlich klicken die meisten eher an, was nicht in trockener Universitätssprache daherkommt. Dennoch wollen die meisten Verantwortlichen von Clickbait nicht mehr sprechen – auch beim Bonanza-Beispiel kommt vielmehr ein Populismus zum Tragen, der die Leserschaft vor einer „Gängelung der nervigen Klimajournalisten“ zu retten vorgibt.
Das führt zu weiteren Aspekten: zur Dynamik zwischen Wissenschaft und Journalismus im Hinblick auf die Popularisierung von Wissen bei gleichzeitiger Nutzung wissenschaftlicher Strukturen für populistische Zwecke. Und da mischt die Politik ordentlich mit. Die Politisierung von Wissenschaft durch politisch Verantwortliche findet zeitgleich zur Politisierung von Wissen im Journalismus statt.
Katja Thorwarth, fr.de, 28.04.2026 (online)

