Menschen haben schon immer mit Vorliebe jene Medien genutzt, die ihre eigene Meinung bestätigen. Wenn ich in der Zeitung das lese, was ich ohnehin schon vermutet und angenommen habe, so erzeugt das Sicherheit und kognitive Entspannung. Folglich war und ist Mediennutzung immer schon auch die Suche und das Finden nach der Bestätigung eigener Haltungen und Anschauungen, was auch Selective-Exposure-Neigung genannt wird. Das gilt für „klassische“ wie für „neue“ Medien. Bei neuen Medien wird dem Nutzer die Auswahl des eigenen zu rezipierenden Inhalts jedoch zu einem gewissen Maße abgenommen. Algorithmische Empfehlungssysteme haben die Aufgabe, relevante Inhalte zu filtern, nach ihrer Relevanz zu sortieren und schließlich anhand der Nutzerpräferenzen zu selektieren. Neben die explizite bzw. nutzergesteuerte Personalisierung tritt also die implizite Personalisierung durch den Algorithmus, sodass die Bildung einer Filterblase zum algorithmisch indizierten oder jedenfalls verstärkten Bedrohungsszenario mutiert.
KEK: 8. Konzentrationsbericht, S. 18 (online)

