Zitiert: Im Digitalen sind die Inhalte nicht in der gleichen Weise materiell gebunden

Man scrollt sich durch, ruft eine Homepage auf, klickt von Link zu Link. Es gibt aber, anders als bei analogen Zeitschriften und Zeitungen, kein Produkt mehr, das allein durch seine materielle Form suggeriert: Hierin steckt das relevante popkulturelle Wissen dieses Monats. Analoge Medien haben eine andere Präsenz im Raum: Man liest sie, blättert rein, legt sie ab, behält sie nach dem Lesen, legt sie auf dem Küchen- oder Wohnzimmertisch ab und kann immer wieder darauf zurückgreifen. Man muss nicht erst einen Computer öffnen und eine Seite aufrufen oder gezielt nach Beiträgen suchen. Das sind kulturelle Praktiken, die sich – jenseits der Inhalte – auf die Weltwahrnehmung auswirken.

Erika Thomalla, faz.net, 15.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)