Investigative Recherche braucht in Zukunft zweierlei, damit sie wahrgenommen wird: Relevanz und Bürgerbeteiligung.
Investigative Recherchen müssen heute mehr denn je an den großen Nachrichtenthemen anknüpfen, die das Land bewegen. Das sind vor allem die Bedrohungen unserer freiheitlichen Werte: sei es durch Putins Regime in Russland oder durch extreme Gruppierungen im Inland. Journalismus kann es sich nicht mehr leisten, an diesen Themen vorbeizurecherchieren und sich auf Nebenstraßen zu bewegen. Sonst wird er zu Recht außerhalb der Journalisten-Blase nicht mehr wahrgenommen.
Und Bürgerbeteiligung heißt: den Leuten zuhören, sie einbinden. Für investigative Recherchen so oft es möglich ist Befragungen starten und die Leserinnen und Leser als Quellen nutzen. Warum? Weil uns oft nicht klar ist, welches Expertenwissen in unserem Publikum schlummert. Und weil sich Medienkonsumentinnen nur dann ernst genommen fühlen, wenn man sie nach ihrer Meinung und ihrem Wissen fragt.
Anette Dowideit, journalist.de, 11.02.2026 (online)

