Zitiert: Investigative Recherche braucht Relevanz und Bürgerbeteiligung

Investigative Recherche braucht in Zukunft zweierlei, damit sie wahrgenommen wird: Relevanz und Bürgerbeteiligung.

Investigative Recherchen müssen heute mehr denn je an den großen Nachrichtenthemen anknüpfen, die das Land bewegen. Das sind vor allem die Bedrohungen unserer freiheitlichen Werte: sei es durch Putins Regime in Russland oder durch extreme Gruppierungen im Inland. Journalismus kann es sich nicht mehr leisten, an diesen Themen vorbeizurecherchieren und sich auf Nebenstraßen zu bewegen. Sonst wird er zu Recht außerhalb der Journalisten-Blase nicht mehr wahrgenommen.

Und Bürgerbeteiligung heißt: den Leuten zuhören, sie einbinden. Für investigative Recherchen so oft es möglich ist Befragungen starten und die Leserinnen und Leser als Quellen nutzen. Warum? Weil uns oft nicht klar ist, welches Expertenwissen in unserem Publikum schlummert. Und weil sich Medienkonsumentinnen nur dann ernst genommen fühlen, wenn man sie nach ihrer Meinung und ihrem Wissen fragt.

Anette Dowideit, journalist.de, 11.02.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)