Zitiert: Journalismus-Professor beklagt Rollenvermengung von Fußball-Experten

„Die Moderatoren geben zunehmend ihre Kompetenz an Expertinnen und Experten ab“, sagte der Wissenschaftler von der Hamburger Macromedia-Hochschule dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dabei handele es sich fast immer um „systeminterne“ Fachleute, nämlich ehemalige Fußballer. „Die unabhängige journalistische Bewertung lässt dadurch merklich nach.“ […]

Eine problematische Vermengung von Rollen zeige zum Beispiel der Fall des möglichen künftigen Bundestrainers Jürgen Klopp, der als Experte bei MagentaTV auftritt. Klopp sei im Rahmen der WM-Berichterstattung ausführlich zur Trainersuche und zur Situation in der Nationalmannschaft befragt worden. Hier könne es offenkundig zu Interessenkonflikten kommen.

Besonders aufgefallen sei in dieser Hinsicht auch ein ZDF-Beitrag über die Besetzung des DFB-Sportdirektor-Postens gewesen, in dem Ex-Nationalspieler Per Mertesacker als Kandidat genannt wurde. Der Einspielfilm sei in einer WM-Sendung gezeigt worden, in der Mertesacker als Experte saß, der dann wiederum den Beitrag kommentiert habe. […]

Horky plädierte dafür, vermehrt Experten einzuladen, die nicht aus dem Profifußball-Betrieb kommen, etwa aus der Wissenschaft. „Man könnte zum Beispiel einen Trainingswissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln befragen, wenn es um das Training beim DFB geht“, schlug er vor. In anderen journalistischen Ressorts sei dies viel selbstverständlicher. So kämen beispielsweise in Wahlsendungen häufig Politikwissenschaftler zu Wort.

epd medien, 7.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)