„Die Moderatoren geben zunehmend ihre Kompetenz an Expertinnen und Experten ab“, sagte der Wissenschaftler von der Hamburger Macromedia-Hochschule dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dabei handele es sich fast immer um „systeminterne“ Fachleute, nämlich ehemalige Fußballer. „Die unabhängige journalistische Bewertung lässt dadurch merklich nach.“ […]
Eine problematische Vermengung von Rollen zeige zum Beispiel der Fall des möglichen künftigen Bundestrainers Jürgen Klopp, der als Experte bei MagentaTV auftritt. Klopp sei im Rahmen der WM-Berichterstattung ausführlich zur Trainersuche und zur Situation in der Nationalmannschaft befragt worden. Hier könne es offenkundig zu Interessenkonflikten kommen.
Besonders aufgefallen sei in dieser Hinsicht auch ein ZDF-Beitrag über die Besetzung des DFB-Sportdirektor-Postens gewesen, in dem Ex-Nationalspieler Per Mertesacker als Kandidat genannt wurde. Der Einspielfilm sei in einer WM-Sendung gezeigt worden, in der Mertesacker als Experte saß, der dann wiederum den Beitrag kommentiert habe. […]
Horky plädierte dafür, vermehrt Experten einzuladen, die nicht aus dem Profifußball-Betrieb kommen, etwa aus der Wissenschaft. „Man könnte zum Beispiel einen Trainingswissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln befragen, wenn es um das Training beim DFB geht“, schlug er vor. In anderen journalistischen Ressorts sei dies viel selbstverständlicher. So kämen beispielsweise in Wahlsendungen häufig Politikwissenschaftler zu Wort.
epd medien, 7.07.2026 (online)

