Zitiert: Journalismus soll Demokratie effizienter machen

Unsere Berichtsobjekte sind Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Und hier schleicht sich – da nehme ich kein Medienhaus aus – immer mehr so ein despektierlicher Ton ein. Nach dem Motto: Eigentlich wissen wir Journalisten es besser als die Politiker oder die wirtschaftlichen Akteure. Ganz flau wird es mir, wenn es um demokratische Prozesse geht. Demokratischer Rechtsstaat ist anstrengend. Aber genau hier darf es sich der Journalismus nicht zu leicht machen und lässig sagen: Die streiten ja nur. Nein, die ringen um die beste Lösung. Aber Begriffe wie Debatte, Diskurs, Dialog, Diskussion scheinen auf dem Index zu stehen, sie kommen fast gar nicht mehr vor, wir reden nur noch über Streit. Dabei müsste die Diskussion dahin gehen, zu fragen: Wie können wir Demokratie sichern, indem wir sie effizienter machen und uns nicht dazu hinreißen lassen, despektierlich über demokratische Prozesse zu berichten?

Kai Gniffke, newsroom.de, 18.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)