Zitiert: Journalismus und Satire?

Ein journalistisches Anliegen zu haben, oft genug auch einen gewissen missionarischen Eifer, gleichzeitig aber mit dem Safeword „Satire!“ fortwährend Immunität einzufordern – das ist ein seltsames Konstrukt, möglicherweise nicht sehr stabil.

Dabei ist hervorragendes journalistisches Satirefernsehen absehbar noch wichtiger als bislang, auch deswegen ist die Diskussion eine notwendige. Es wird ja – nach allem, was sich so ahnen lässt – so weitergehen, dass in einem sich Tag für Tag verschärfenden Dilemma auch öffentlich-rechtliche Formate nach Reichweite gieren, nicht zuletzt als Rechtfertigung ihrer eigenen Existenz. Dabei nicht nur Selbstvertrauen zu zeigen, sondern auch Souveränität speziell gegenüber berechtigter Kritik, darauf wird gute Unterhaltung nicht verzichten können. Und guter, auch privatwirtschaftlicher Journalismus übrigens noch weniger.

Aurelie von Blazekovic und Cornelius Pollmer, sueddeutsche.de, 24.2.2023 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)