Videospiele sind ein vergleichsweise junges Medium und werden von der Berichterstattung noch immer vernachlässigt. Das muss sich ändern. […]
Der Game-Journalismus hinkt auch in anderen Bereichen hinterher, ist zum Beispiel nicht divers genug. Wer die Videospielunterseiten bei der Zeit, dem Spiegel oder der taz anschaut, findet unter den Autor:innen fast nur männlich gelesene Namen. Viele Fachmagazine stehen zudem im Verdacht, nicht kritisch genug zu berichten – weil die Studios, über die berichtet wird, dort Werbung schalten. […]
Den Aufstieg von KI könnte man also auch als dornige Chance sehen: Vielleicht ist nun endlich Zeit, weniger Service und mehr kritischen Journalismus zu machen? Ich wünsche mir eine Berichterstattung, die nicht nur die großen Blockbuster im Blick hat, sondern auch unabhängige und unkommerziell entwickelte Videospiele. Und der sich trotz allem traut, kritisch zu sein.
Alexandra Hilpert, taz.de, 16.07.2026 (online)

