Was ich gewählt habe, spiegelt nicht wider, was ich will und was ich bin. Ich habe strategisch gewählt, und das hat mit mir nicht viel zu tun. Das Problem ist, dass es keine Partei gibt, die repräsentiert, was ich mir wünsche. […]
Ich bin in gewisser Weise Extremist, ziemlich nah bei Niko Paech, dem Wachstumskritiker. Das mag komisch klingen, wenn ich hier in einer großen Wohnung sitze und noch einen kleinen Bungalow an der Ostsee habe. Aber ich glaube, dass wir viel zu viel Plunder herstellen, verbrauchen, konsumieren, viel zu viele Dinge tun, die uns Zeit stehlen und uns nicht glücklich machen. Wir betreiben einen wahnsinnigen Aufwand an Energie-, an Rohstoffgewinnung, an Ausbeutung anderer Länder, anderer Menschen. Es geht immer weiter vorwärts, aber wohin das führt, wissen wir nicht. […]
Robert Habeck ist wahnsinnig eitel und selbstbewusst, darin gleicht er Joschka Fischer. Auch sonst könnte man ihn als eine Fortsetzung betrachten. Fischer hat die Grünen SPD-kompatibel gemacht, Habeck will sie CDU-kompatibel machen. Was die militärischen Ambitionen betrifft, so sehe ich bei Habeck nicht einmal mehr die Hemmungen, die Fischer zu überwinden hatte.
Eugen Ruge, berliner-zeitung.de, 28.02.2025 (online)