Zitiert: KI-Systeme bevorzugen bestimmte Quellen

Der Agora-Analyse zufolge nutzen ChatGPT und Perplexity bei Nachrichtensuchen überwiegend journalistische Quellen. Bei Claude, Gemini und im Google-KI-Überblicksmodus machten sie nur etwa 50 Prozent der Quellen aus; dort wurden dafür etwa staatliche und zivilgesellschaftliche Quellen stärker genutzt. Teils fließen auch private Blogs und Social-Media-Inhalte in die Antworten ein.

Bei Google und Perplexity landete demnach jeweils tagesschau.de auf Nummer eins der meistgenutzten Quellen, auch die Website des Deutschlandfunk rangiert bei beiden unter den Top drei und führt das Ranking bei Gemini an. Auch die Seite des SPIEGEL taucht bei drei der untersuchten Angebote unter den zehn meistgenutzten Quellen auf, bei „Gemini“ etwa auf Rang drei. […]

Einen klaren Ausreißer zeigt ChatGPT von OpenAI mit welt.de als klar dominierender Nachrichtenquelle; die Nachrichtenseite kam danach auf fast fünfmal mehr Zitierungen als der auch dort zweitplatzierte Deutschlandfunk mit seinem Webangebot.

Der Medienkonzern Axel Springer („Welt“, „Bild“, „Politico“) hatte 2023 eine „globale Partnerschaft“ mit OpenAI geschlossen. Diese Kooperation schlage sich „signifikant in der Quellenauswahl von ChatGPT nieder“, heißt es in der Auswertung der Ergebnisse durch die Denkfabrik.

spiegel.de, 08.07.2026 (online)

 

Studie Meinungsbildung im Wandel – Wie KI-Systeme Quellen bei der Nachrichtensuche selektieren (pdf)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)