Das kleine Männchen, das auch heute noch den Kindern im Kinderkanal um 18.50 Uhr die Träume bringt, wurde vor 66 Jahren im Osten erfunden – um einem geplanten Sandmännchen im Westen zuvorzukommen. Die Dokumentation „Sandmännchen forever“ zeigt, was die kleine Figur mit den Knopfaugen bis heute so beliebt macht. […]
Der überaus facettenreichen Geschichte des inzwischen 66-jährigen Sandmännchens geht Sebastian Deinhardt in seiner 70-minütigen Dokumentation in aller Gründlichkeit nach. […]
Die Dokumentation geht auch der Frage nach, ob es kulturhistorische Wurzeln für die Figur des Sandmanns gibt. Mit anderen Worten: Hat das Sandmännchen Vorfahren? […]
Die Dokumentation geht auch der Frage nach, ob es kulturhistorische Wurzeln für die Figur des Sandmanns gibt. Mit anderen Worten: Hat das Sandmännchen Vorfahren? […]
In Deutschland erfindet Ilse Obrig in den frühen 1940er Jahren den Sandmann als Hauptfigur einer abendlichen Kinder-Radiosendung. Ab 1945 baut sie in West-Berlin wieder einen Kinderfunk auf. […]
Ebenso fesselnd ist der sagenhafte Fuhrpark des Sandmännchens, der zum einen die Phantasie beflügelte, zum anderen den Zeitgeist spiegelte: Insbesondere in den 60er und 70er Jahren zeugte die Vielfalt der Fahrzeuge auch vom Fortschrittsglauben und technologischem Zukunftsversprechen: ob Raumfahrzeuge oder Unterwasserkapseln, Simson-Motorrad oder Hubschrauber. […]
Was jedoch in der Dokumentation etwas zu kurz kommt, ist der ökonomische Aspekt. Denn das Sandmännchen war nicht nur in der DDR eine der ersten „Marken“ mit eigenem Styleguide, die entsprechend streng geschützt und lizenziert wurde, es ist auch heute noch ein veritabler Wirtschaftsfaktor mit über 500 Lizenzprodukten und einem umfangreichen Merchandising-Verkauf, ob Spielzeug, Puppen, Bettwäsche, Kleidung, Geschirr oder Bilderbücher.
Ulrike Steglich, epd medien, 03.01.2026 (online)

