Zitiert: Medien blockieren Internet-Archiv, das vor allem Journalisten nutzen

Das Internetarchiv „Wayback Machine“ ist für Journalisten bei Recherchen im Netz oft unverzichtbar. Doch jetzt behindern ausgerechnet Medienhäuser die Arbeit des gemeinnützigen Angebots. Hintergrund ist ein Konkurrenzkampf der Verlage mit den mächtigen KI-Anbietern. […]

Der Nutzen, gerade für Journalisten und Medien, ist enorm. Gerichte akzeptieren die archivierten Seiten des Tools als Beweismittel. Faktenchecker der „Tagesschau“ haben damit schon Verschwörungstheorien entkräftet, und die „Deutsche Welle“ (DW) empfiehlt die „Wayback Machine“ als wichtiges Recherchetool für alle mit Internetzugang.

Doch laut eines Berichts des US-amerikanischen Medienmagazins „Nieman Lab“ haben weltweit mehr als 240 Medienunternehmen inzwischen den Zugriff des „Internet Archive“ auf ihre Seiten eingeschränkt, darunter die „New York Times“ oder der „Guardian“. In Deutschland gehören dazu unter anderem der „Spiegel“ und die „Deutsche Welle“.

Das ist bemerkenswert, weil diese Häuser so nun ein Angebot boykottieren, von dem ihre Journalisten selbst profitieren. Hinter diesem vermeintlichen Widerspruch steckt allerdings die Angst vor viel mächtigeren Konkurrenten. Denn der Grund für das digitale Hausverbot ist die Sorge von Medien, dass ihre in der „Wayback Machine“ archivierten Inhalte unerlaubt zum Training von KI-Modellen genutzt würden.

Janina Wildermuth, Übermedien, 22.05.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)