Das Internetarchiv „Wayback Machine“ ist für Journalisten bei Recherchen im Netz oft unverzichtbar. Doch jetzt behindern ausgerechnet Medienhäuser die Arbeit des gemeinnützigen Angebots. Hintergrund ist ein Konkurrenzkampf der Verlage mit den mächtigen KI-Anbietern. […]
Der Nutzen, gerade für Journalisten und Medien, ist enorm. Gerichte akzeptieren die archivierten Seiten des Tools als Beweismittel. Faktenchecker der „Tagesschau“ haben damit schon Verschwörungstheorien entkräftet, und die „Deutsche Welle“ (DW) empfiehlt die „Wayback Machine“ als wichtiges Recherchetool für alle mit Internetzugang.
Doch laut eines Berichts des US-amerikanischen Medienmagazins „Nieman Lab“ haben weltweit mehr als 240 Medienunternehmen inzwischen den Zugriff des „Internet Archive“ auf ihre Seiten eingeschränkt, darunter die „New York Times“ oder der „Guardian“. In Deutschland gehören dazu unter anderem der „Spiegel“ und die „Deutsche Welle“.
Das ist bemerkenswert, weil diese Häuser so nun ein Angebot boykottieren, von dem ihre Journalisten selbst profitieren. Hinter diesem vermeintlichen Widerspruch steckt allerdings die Angst vor viel mächtigeren Konkurrenten. Denn der Grund für das digitale Hausverbot ist die Sorge von Medien, dass ihre in der „Wayback Machine“ archivierten Inhalte unerlaubt zum Training von KI-Modellen genutzt würden.
Janina Wildermuth, Übermedien, 22.05.2026 (online)

