Zitiert: Medien müssen präziser sein

Medien müssen präziser sein, sonst werden wir doofen Clowns niemals aus dem Journalismus verschwinden. Im einem bekannten Leitmedien-Politik-Podcast hat ein berühmter Talkshow-Politikwissenschaftler die in München geborene Juristin Elif Eralp in seinem aufgeregten Schnellsprechmonolog einfach mal so im Nebensatz nonchalant als „Türkin“ rassistisch abqualifiziert, um sie dann im Anschluss mit dem Adjektiv „grundsympathisch“ mit sexistischem Schwung in den Kleine-Mädchen-Container zu werfen. Und die beiden klugen Leitmediums-Politikredakteure, die durch den Podcast führten, haben diese Entgleisung ihres Experten nicht einmal kommentiert. Ist das alles egal? Was ich sagen will: Wenn ich so was öffentlich anmahne oder bewitze, dann tue ich das nicht, weil ich mich politisch mit wem auch immer solidarisiere, sondern als Mensch. Anstand ist überparteilich.

Jan Böhmermann, spiegel.de, 30.09.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)