Zitiert: Medienversagen bei der Berichterstattung zur Landtagswahl

Die Frage ist allerdings, was für eine Kategorie „Versagen“ sein soll. „Medienversagen“ ist mittlerweile als Hashtag ein unspezifischer Social-Media-Selbstläufer, der im Zweifel auch unter jede Talk-Gästeliste gepackt wird, die jemandem nicht passt. Ich hätte es manchmal ja gern eine Nummer kleiner, weil die Nummer größer auf Kosten der Präzision geht. „Medienversagen“ ist derart allgemein, großkeulig und unscharf – welche Redaktion sollte sich mit einem solchen Vorwurf ernsthaft auseinandersetzen?

Die Kritik an der Ritualisiertheit des Wahlfernsehbetriebs ist im Kern schon plausibel, siehe oben. Aber wie könnte ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk an einem Wahlabend keine Vertreterinnen und Vertreter der Partei zu Wort kommen lassen, die mehr als 40 Prozent der Stimmen vereint? Und wie könnte er nicht versuchen, die Art einer möglichen Liaison zwischen AfD und BSW auszuloten?

Klaus Raab, MDR Altpapier, 08.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)