Zitiert: Menschen nicht auf die Plattform reduzieren, auf der sie bekannt geworden sind

Ich schreibe für drei verschiedene Magazine, da gab es noch nie irgendwas, wo ich sage, das war komplett gegen meine Werte. Was ich mir generell von Medien wünschen würde, ist eine differenziertere Beschreibung von Influencer und Creator. Auch mal hinter die Fassade schauen: in meinen Fall bin ich Kulturwissenschaftlerin, ich habe studiert. Ich habe habe fünf Bücher geschrieben, drei Bestseller, bin Kolumnistin. Ich weiß gar nicht, wie viele Bücher ich schreiben soll, bis ich mal als Autorin geframed werde. Sie schreiben jedes Mal „TikTok-Star“, dabei ist die deutliche Mehrheit meiner Follower auf Instagram. Das ergibt keinen Sinn. Ich meine das gar nicht nur auf mich bezogen, es sind alle Creator. Eigentlich möchte ich jedes Mal entgegnen: „Nein, Leonie Löwenherz ist eine studierte Historikerin – können wir bitte aufhören, Menschen auf die Plattform zu reduzieren, auf der sie bekannt geworden sind?“ Vielleicht sollten wir anfangen, Creator auch für das zu benennen, was sie können und leisten.

Tara-Louise Wittwer, dwdl.de, 14.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)