Ich schreibe für drei verschiedene Magazine, da gab es noch nie irgendwas, wo ich sage, das war komplett gegen meine Werte. Was ich mir generell von Medien wünschen würde, ist eine differenziertere Beschreibung von Influencer und Creator. Auch mal hinter die Fassade schauen: in meinen Fall bin ich Kulturwissenschaftlerin, ich habe studiert. Ich habe habe fünf Bücher geschrieben, drei Bestseller, bin Kolumnistin. Ich weiß gar nicht, wie viele Bücher ich schreiben soll, bis ich mal als Autorin geframed werde. Sie schreiben jedes Mal „TikTok-Star“, dabei ist die deutliche Mehrheit meiner Follower auf Instagram. Das ergibt keinen Sinn. Ich meine das gar nicht nur auf mich bezogen, es sind alle Creator. Eigentlich möchte ich jedes Mal entgegnen: „Nein, Leonie Löwenherz ist eine studierte Historikerin – können wir bitte aufhören, Menschen auf die Plattform zu reduzieren, auf der sie bekannt geworden sind?“ Vielleicht sollten wir anfangen, Creator auch für das zu benennen, was sie können und leisten.
Tara-Louise Wittwer, dwdl.de, 14.08.2026 (online)

