Zitiert: Neue Sektion „Fokus Ost“ bei DOK Leipzig 2026

Die Filmemacherin und Kuratorin Grit Lemke kuratiert die neue DOK-Leipzig- Sektion „Fokus Ost“. Was sie bewirken soll und zu bieten hat. […]

Die Intendantin Ola Staszel, die seit Januar 2026 die künstlerische Leitung und Geschäftsführung des Festivals innehat, erklärt in der Pressemitteilung das Ziel: Man wolle ostdeutschen Perspektiven im Dokumentarfilm mehr Raum geben. Kuratorin Lemke beschreibt ihren Ansatz als Versuch, eine Lücke zu schließen und Gegenerzählungen sichtbar zu machen – verbunden mit der Frage, warum ostdeutsche Vielfalt bislang zu wenig erzählt werde und wer darüber entscheide. […]

Zum Schwerpunkt „Fokus Ost“ gehören insgesamt zehn Dokumentarfilme, acht davon feiern bei DOK Leipzig ihre Weltpremiere. Neben dem Eröffnungsfilm zeigt die Sektion weitere Filme. Eine Talkserie begleitet das Programm: Diskutiert werden soll, wie ostdeutsche Lebensrealitäten im Dokumentarfilm repräsentiert werden, mit welchen Hürden Filmschaffende konfrontiert sind und welchen Weg ihre Filme in Kino, Fernsehen und Streaming finden. […]

In einem Interview mit der Berliner Zeitung beschrieb sie die Erfahrung vieler Ostdeutscher nach 1990 als eine Form von strukturellem Machtgefälle, wie es in der Forschung unter dem Begriff „interner Kolonialismus“ diskutiert wird – vergleichbar etwa mit dem historischen Verhältnis Englands zu Schottland, Wales oder Irland.

Zugleich wehrte sie sich gegen den ihr entgegengebrachten Vorwurf der Selbstviktimisierung: Wer Missstände öffentlich benenne, so Lemke, mache sich damit gerade nicht zum Opfer, sondern übe Selbstermächtigung aus.

Ulrich Seidler, berliner-zeitung.de, 15.09.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)