Zitiert: Neues Regiekollektiv – die neue deutsche Band aus Cannes

Drehbücher per Hand schreiben, Recherche ohne Computer: Das neue Regiekollektiv „Dogma 25“ will sich der Macht der Algorithmen widersetzen. Bald soll der erste Film entstehen. […]

Die fünf folgen damit ihren dänischen Kollegen May el-Thouky, Milad Alami, Isabella Eklöf, Annika Berg und Jesper Just, die im vergangenen Jahr in Cannes das „Dogma 25“-Manifest veröffentlichten und sich als Regiegruppe zusammenschlossen. Sie entstaubten wiederum eine Idee, die bereits vor 30 Jahren in ihrem Heimatland das Filmemachen revolutioniert hatte. […]

Wo ihre Vorgänger in den Fünfziger- und Sechzigerjahren sich gegen das steife „Kino der Großväter“ auflehnten, richteten sich von Trier und Vinterberg gegen das von großen Studios getriebene bombastische Effektkino. Die Regisseure verpflichteten sich deshalb, nur mit Handkameras und an Originalschauplätzen zu drehen, keine künstliche Beleuchtung oder Spezialeffekte zu verwenden und für ihre Geschichten weder Waffengewalt zu bemühen noch ins Genre zu flüchten. Also lieber Low-Budget-Produktionen mit eigenen Ideen als viel Geld mit Studiovorgaben. […]

„Es geht darum, sämtliche Algorithmen aus dem Spiel zu lassen, sich auf sich selbst konzentrieren und verlassen zu müssen“, sagt Hegemann. Nora Fingscheidt geht ins Detail, welche Herausforderung dieser Verzicht heutzutage darstellt. So könne man beispielsweise keine potentiellen Drehorte googeln. Aber genau darin liege der Reiz des Projekts: rausgehen, Leute treffen, weg von den Algorithmen kommen.

Maria Wiesnner, faz.net, 22.05.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)