Zitiert: Nicht barrierefreier Journalismus entspricht nicht öffentlichen Auftrag

Barrierefreiheit fehlt nach wie vor in vielen Diskussionen über Diversität in Redaktionen. Dieses Versäumnis schließt nicht nur das Publikum aus. Es schwächt auch den Journalismus selbst und schränkt ein, wer ihn gestalten darf.

Nachrichtenorganisationen sprechen heute selbstbewusster über Diversität als noch vor einem Jahrzehnt. Viele diskutieren mittlerweile offener Geschlechterungleichheiten, ethnische und soziale Herkunft und präsentieren Inklusion als Teil ihrer redaktionellen Werte. Doch ein wichtiges Thema fehlt in diesen Diskussionen noch zu oft: Diversitätsbemühungen enden in vielen Redaktionen immer noch dort, wo Barrierefreiheit beginnen sollte. […]

Barrierefreiheit ist kein Gefallen. Sie ist keine wohltätige Geste. Sie ist kein Spezialthema für ein kleines Publikum. Sie ist Teil dessen, was Journalismus öffentlich, glaubwürdig und nutzbar macht. Letztendlich geht es bei Barrierefreiheit nicht nur darum, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Es geht darum, ob Journalismus seine Kernaufgabe erfüllt, die Öffentlichkeit zu informieren.

Ahmed Riad Younes, ejo-online.eu, 29.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)