Die Berliner Zeitung und die neue Ostdeutsche Allgemeine Zeitung stellen ja den Versuch dar, den historischen und biografischen Erfahrungen eines Fünftels der deutschen Bevölkerung, Ausdruck zu verleihen. Die Unterschiede zwischen Ost und West werden nicht so schnell verschwinden, wie man es sich im Kanzleramt und den westdeutschen Redaktionen wünscht. […]
In einer Medienlandschaft, die sich um eine Konsensmitte versammelt hat, ist es für mich erfrischend mit Texten konfrontiert zu werden, die woanders nicht zu lesen sind. Meine Lektüre der Berliner Zeitung, die ja als Mutter der OAZ gelten darf, schwankt immer zwischen Zustimmung, Widerspruch, Neugier und Kopfschütteln. Aber was will man mehr?! Ich will ja keine Zeitung lesen, in der ich sanft nickend meine Meinung bestätigt sehe.
Also: Der OAZ viel Glück und der Rat: „Macht mehr Fehler und macht sie schneller! Woraus wollt ihr sonst etwas lernen?“ (Heiner Müller/Alexander Kluge)
Jürgen Kuttner, freitag.de, 25.02.2026 (online)

