Für mich ist der Öffentlich-Rechtliche-Rundfunk eine feste Säule in unserem dualen Mediensystem von öffentlich-rechtlichen Medien und auch privaten Medien. Natürlich ist mit einem beitragsfinanzierten System auch eine besondere Rechtfertigungspflicht verbunden. Wenn Menschen sich nicht aussuchen dürfen, ob sie den Beitrag zahlen oder nicht, dann dürfen sie auch ein entsprechendes Produkt erwarten, ein entsprechendes Angebot. Und deshalb muss der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk sich nicht nur durch effiziente Strukturen beweisen, sondern natürlich auch durch ein möglichst ausgewogenes Programm. Mit der ganzen Vielfalt unserer Gesellschaft. Und da gibt es gelegentlich Kritik dran, die ich auch persönlich nachvollziehen kann. Und das muss auch möglich sein. Genau auch diese Meinung darf man äußern. Und damit muss man einen Umgang finden. Ich erlebe allerdings unter den Intendanten da eine zunehmende Bereitschaft, auch offen mit dieser Kritik umzugehen, stärker noch in den Bürgerdialog zu gehen. Stärker auch das Programm darauf auszurichten, dass es eben nicht ist ein Belehren, sondern eben auch ein tatsächlicher Diskurs und Dialog mit der Gesellschaft. Das ist die richtige Richtung.
Nathanael Liminski, Deutschlandfunk, 19.06.2026 (online)

