Zitiert: Öffentlich-rechtliches Fernsehen als ein Bestätigungsapparat

Ich arbeite seit 40 Jahren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Aus eigener Erfahrung behaupte ich, dass die ARD und insbesondere der WDR, bei dem ich meine Erfahrungen vor allem gemacht habe, alles andere als wirklich offen für queere Themen sind. Schon gar nicht für explizitere Stoffe, wie ich sie in meinem Film verhandele. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden fast ausschließlich Klischees bedient. Das hat nichts mit Ehrlichkeit und schon gar nichts mit Offenheit und Freiheit zu tun. Das ist ganz im Gegenteil genau das, was diese Scham fördert, mit der ich mich in meinem Film auseinandersetze. Es mag im Fernsehbusiness überraschend viele Exhibitionisten geben; die aber würden sich niemals öffentlich zu erkennen geben. Öffentlich-rechtliches Fernsehen hat sich für mich als ein Bestätigungsapparat erwiesen, nicht als ein Forum offener Bekenntnisse oder als ein Medium, das den Blickwechsel provoziert. Schon gar nicht für Wagnisse, erst recht nicht für queere Wagnisse.

Tim Lienhard, berliner-zeitung.de, 19.03.2025 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)