Vor rund zehn Jahren entstand infolge eines Radioprogramm- Umbaus das Angebot Cosmo – als Fortsetzung von Funkhaus Europa, einem internationalen und interkulturellen Programm, das sich unter anderem durch musikjournalistisch geprägte Autorensendungen auszeichnete. Der Umbau von Funkhaus Europa zu Cosmo, wie zuvor betrieben von WDR, RBB und Radio Bremen, bedeutete: gefälligeres, weniger sperriges Programm, aber durchaus noch vom Funkhaus-Europa-Spirit getragen.
Dieser Umbau war 2016 ein medienjournalistisch halbwegs großes Thema […]. Es werde „mal wieder“ ein öffentlich-rechtliches Programm „eines Großteils seiner Eigenständigkeit und Besonderheit (be)raubt“, schrieb Christoph Twickel damals in einem „Spiegel“-Kommentar.
Der Rest dieser „Eigenständigkeit“ ist nun auch bald weg, denn 2027 wird das Drei-Sender-Programm Cosmo Geschichte sein. Die eigenen Angebote der Eigenständigkeit zu berauben – das ist längst die Königsdisziplin öffentlich-rechtlichen Managements.
René Martens, MDR Altpapier, 05.06.2026 (online)

