Wir brauchen das tiefe Verständnis der Neuen Institutionenökonomik, weil wir nur so die Frage der Kommunikationsqualität verstehen. Und da beweist sich eben die Medienökonomie als originär kommunikationswissenschaftlich. Ohne Prinzipal-Agenten-Theorie und ohne die Diskussion um „Adverse Selection“ und den Akerlof-Prozess, der auch erklären hilft, warum wir so viel Bullshit-Kommunikation auf Social Media angeboten bekommen, besser: ertragen müssen – und warum sich dies, je länger wir dort zuschauen, verstärkt –, könnten wir nicht erkennen, dass alle Qualitätsdiskussion – sei es für Unterhaltungs-, sei es für informationsorientierte Medien – am Ende ökonomischer Logik folgt. Das heißt auch: Ohne ein tiefes, ökonomisches Verständnis können wir wie bereits angedeutet Anpassungsjournalismus nicht erklären. Hierbei handelt es sich übrigens um ein Konzept, das bis heute nur spieltheoretisch erfasst werden kann.
Harald Rau, Medienwirtschaft 04/2025 (online)

