Die Frage müsste nicht lauten, warum Ostdeutsche – noch – häufiger als Westdeutsche AfD wählen, sondern was die etablierten, demokratischen Parteien falsch gemacht haben, dass es so kommen konnte. Wenn man sich mit dem Wahlverhalten Ostdeutscher beschäftigt, kann man erkennen, dass sie, anders als Westdeutsche, lange Zeit eher links gewählt haben. […]
Betrachtet man etwa die Zweitstimmenergebnisse von SPD, Linke und Grünen bei den Bundestagswahlen von 1990 bis 2013, erzielten alle Parteien zusammen durchgängig höhere Werte im Osten als im Westen. In den frühen 2000er-Jahren gingen im Osten bis zu 60 Prozent an linke Parteien.
Marieke Reimann, sueddeutsche.de, 14.08.2026 (online)

