Zitiert: „Perspektivenvielfalt“

Wenn einer der namhaftesten ARD-Funktionäre wirklichkeitswidrig behauptet, „die Perspektive aus der Wirtschaft“ und die „Kämpfe“ von „Industrie und Mittelstand“ bisher unterrepräsentiert sind in den „Qualitätsmedien“ und die „vermeintlich Schwachen“ eine starke Stimme haben, dann erzeugt das Druck. Druck, den „vermeintlich Schwache“, also zum Beispiel Menschen, die in Armut leben oder Opfer von Kürzungen von Sozialleistungen sind oder bald sein werden, noch weniger gerecht zu werden als bisher.

Um noch auf die „Perspektivenvielfalt“ zurückzukommen. Ist ja eigentlich eine gute Sache. Für viele Mitarbeitenden der ARD ist es aber mittlerweile ein Horror-Wort. Perspektivenvielfalt bedeutet in der ARD heute nämlich oft genug, dass Journalisten die hinterletzten Perspektiven abbilden müssen, anstatt Perspektiven auszuformulieren, die für ihre Publika womöglich anregend wären.

René Martens, MDR Altpapier, 19.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)