Zitiert: „Presseclub“ der ARD, ein Plädoyer für den mündigen Zuschauer

Täglich stellen sich Redaktionen die Frage, wie sie mit ihrem Journalismus die Leserinnen, Zuhörer und Zuschauer erreichen können. Für die Privaten gilt dies genauso wie für die Öffentlich-Rechtlichen. Gerade bei Letzteren führt die Auseinandersetzung mit dieser Frage aber häufig zu unangenehmen und in der Öffentlichkeit ausgetragenen Debatten über „die jungen Leute“ und „die Digitalisierung“, was letztlich im zwanghaften Klammern an die Idee, dass sich beinahe jede Nachricht satirisch als leicht konsumierbares Häppchen aufbereiten lässt oder lassen muss, endet. […]

Der „Presseclub“ ist ein sehenswertes Format. Es hebt sich mit seinen meist sachlichen Diskussionen zu aktuellen Themen von anderen öffentlich-rechtlichen Talkshows ab, die am Erkenntnisgewinn kein Interesse mehr haben, sobald die Argumente der Beteiligten auf kontroverse und damit klickbare Schlagzeilen verkürzt werden können. Richtig glänzen kann der „Presseclub“ aber dann, wenn er seine bei Phoenix, WDR5 und im Netz ausgestrahlte Verlängerungs-Viertelstunde für die „Nachgefragt“-Rubrik nutzt – denn immer wieder präsentieren sich die Zuschauer als informierte Journalismus-Interessierte, die am Diskussionstisch in der Sendung ebenso gut aufgehoben wären wie manche Teilnehmer.

Christopher Hechler, epd medien, 10.11.2023 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)