Zitiert: Problem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nicht das Geld, sondern der Umgang damit

Trotz des Reformstaatsvertrags gibt es weiterhin ein aufgeblasenes Programm-Potpourri, allein der WDR finanziert 600 Angebote. Unverändert wird das Mantra der „Vielfalt“ beschworen, wird „Planungssicherheit“ gefordert, die merkwürdigerweise nur mit Geldvermehrung erreicht werden kann.

Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks heißt Grundversorgung. Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung sind dessen integrale Bestandteile. Gehören die 152 Millionen Euro, die ARD und ZDF für die Übertragungsrechte von 60 Spielen der Fußball-WM zahlen, in diesen Anforderungskosmos? Wenn ARDaktuell zugleich das Ressort Wissen der „Tagesschau“ abschaffen will.

Keine Frage, nicht jede Sendung, die einem persönlich nicht gefällt, ist ein Verstoß gegen den Programmauftrag. Mit den öffentlich-rechtlichen Leistungen in Fernsehen, Radio und Online ist blöder zu werden einfacher als schlauer.

Joachim Hubert, tagesspiegel.de, 30.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)