Zitiert: Profillosigkeit der Streamingdienste

Das größte Problem, die größte Unbekannte im Thema spricht der Spiegel dabei nur am Rande an: Die Streamingdienste kämpfen nicht nur mit unterschiedlichen Preisen, sondern versuchen verzweifelt, ihr Profil zu schärfen – so sie denn eines haben. Tatsächlich lässt sich bei keinem der Anbieter, ob Amazon Prime Video, Netflix, Disney+ oder AppleTV+, eine eindeutige inhaltliche Linie erkennen. […]

„Eigentlich sind Streamer mit dem Versprechen auf mehr Entscheidungsfreiheit angetreten. Doch immer mehr Kunden wollen sich berieseln lassen. Darauf reagiert der Markt – mit einer Rückkehr zum linearen Fernsehen.“

Und weil „Berieseln“ etwas zu negativ konnotiert für das Buhlen um Kundschaft ist lässt der Prime Video Chef Deutschlands in dem Artikel fast beiläufig einen weiteren hochinteressanten Satz fallen: „Der Kundschaft soll dadurch ermöglicht werden, ‘sich zurückzulehnen und einen Programmvorschlag machen zu lassen, wenn sie mal selber keine Entscheidung treffen will.‘“ […]

Dass Streamingdienste trotz mittlerweile fast aktiven 30 Jahren immer noch erschreckend wenig Einblick in ihre Strukturen, Finanzen, Nutzungsdaten und inhaltliche Identifikationen gewähren, verkompliziert das Problem. […]

Aber eine Profilschärfung bringt eben auch eine Zielgruppen-Verengung mit sich. Und das will niemand.

Jenni Zylka, MDR Altpapier, 16.01.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)