Zitiert: Qualifizierte öffentliche Kritik an der ARD wächst

Beschwerden erreichen die ARD unentwegt, das sind die öffentlich-rechtlichen Sender gewohnt. Nicht alle Kritik an ihnen ist substanziell. Die offenen Briefe von Autoren und Regisseuren, die zuletzt an die ARD adressiert worden sind, haben jedoch eine andere Qualität. Denn darin geht es nicht um Petitessen und Partikularinteressen, schon gar nicht um ein Querulantentum. Sondern um die grundlegenden Bedingungen für künstlerisches Arbeiten in den Sendern. Damit zusammen hängt der Respekt vor kreativer Leistung und der Umgang mit Auftragnehmern, die beinahe immer am kürzeren Hebel sitzen.

In Summe offenbaren die Proteste sowohl der Hörspiel- wie der Drehbuchautoren und nun auch noch der Filmregisseure, dass grundsätzlich etwas im Argen liegt in der Zusammenarbeit der ARD mit all jenen, die Spiel- und Dokumentarfilme, Hörspiele und künstlerische Features für sie realisieren. ….

Die Fälle, in denen die Arbeit von Regisseurinnen und Regisseuren inzwischen zu einer reinen Dienstleistung für die Sender verkomme, würden sich massiv häufen, sagen sie. ….

Es fehle der kreative Austausch zwischen den Filmredakteuren der Sender, den Produzenten, den Autoren und den Kreativen am Set. In den Gesprächen mit den Redaktionen stünden statt Diskussionen über Inhalte, Erzählhaltungen, ästhetischer Überlegungen stets formale Punkte im Zentrum: die Zahl der Drehtage, Formatfragen, Budgets.

Stefan Fischer, sueddeutsche.de, 07.07.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)