Seit 2019 bewertet die Beitragskommission KEF die technische Mehrfachverbreitung des Hörfunks sehr kritisch und fordert ein Ende von UKW für 2029, erkannte die Verbreitungskosten für UKW allerdings bis 2032 an. Dabei wäre das Einsparpotential beträchtlich. Die Finanzexperten sehen es bei 100 Millionen Euro auf vier Jahre. Zudem fielen bei der ARD ab 2029 zusätzliche Kosten von bis zu 60 Millionen Euro für UKW-Sendetechnik an. Im Frühjahr bekräftigte das KEF-Mitglied Kay Barthel die Kritik der Experten gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die doppelte Verbreitung – UKW und DAB+ -, die fast 15 Jahre andauere, sei finanziell nicht mehr zu rechtfertigen. […]
Neben DAB+ mit 13 Millionen täglichen Nutzern entwickelt sich das Webradio mit knapp sechs Millionen Nutzern als Alternative. Allerdings sind Streamingangebote teurer als die anderen Verbreitungswege und führen auch bei der ARD zu höheren Kosten. Die KEF geht davon aus, dass der Aufwand für On-demand-Angebote bei öffentlich-rechtlichen Anstalten, einschließlich Webradios, von 2025 bis 2028 von 134 auf 218 Millionen Euro steigt.
Helmut Hartung, faz.net, 11.08.2026 (online)

