Es gibt ein Framing von Extremen und Radikalen, dass jegliche Regeln im Netz so etwas wie ein digitaler Maulkorb seien. Zensur, das schwingt dann ganz schnell. Aber ich vertrete an dieser Stelle die Linie, dass die Regeln, die wir uns in der analogen Welt über Jahre und Jahrzehnte gegeben und dann auch umgesetzt und durchgesetzt haben, auch im Netz gelten müssen. Und deswegen, wenn jemand ein journalistisches Angebot im Netz, etwa als Podcast macht, dann hat er bestimmte Regeln zu befolgen. Das ist auch wichtig, damit wir uns als Gesellschaft weiterhin auf Fakten verständigen können. Wenn jetzt alles nur noch Meinung ist und alles relativ, dann gerät da etwas ins Rutschen. Und darauf hinzuweisen, das ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern auch die Pflicht von Landesmedienanstalten. Ob das an der Stelle in dem Einzelfall wirklich in der Weise so geboten war, das will ich nicht bewerten, weil diese Behörden staatsfern arbeiten.
Nathanael Liminski, Deutschlandfunk, 19.06.2026 (online)

