Finanzminister Klingbeil möchte die Filmförderung mit einer Investitionspflicht für Streaminganbieter wie Netflix und Disney flankieren. Die Union wittert einen Interessenkonflikt. […] Schon bei der Förderaufstockung im Sommer wurde in der Öffentlichkeit eine Frage diskutiert, die jetzt wieder gestellt wird: Hat der Geldsegen für die deutsche Filmbranche auch etwas mit einem Vertrauten von Klingbeil zu tun? Staatssekretär Björn Böhning (SPD) gilt als einer der engsten Mitarbeiter des Vizekanzlers. Bevor er im Mai in das Finanzministerium wechselte, arbeitete Böhning als Lobbyist für die Filmwirtschaft.
Er war drei Jahre lang Geschäftsführer der Produktionsallianz, in der Film- und Fernsehproduzenten zusammengeschlossen sind. Seine Nachfolgerin ist die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering. Im Bundesfinanzministerium wird betont, Böhning sei nicht in die Verhandlungen mit dem Kanzleramt eingebunden. Diese führt Haushaltsstaatssekretär Steffen Meyer. Klingbeil selbst soll ebenfalls schon Gespräche geführt haben, ebenso Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU).
Martin Greive, Jan Hildebrand, handelsblatt.com, 27.01.2026 (online)

