Zitiert: Schrumpfender Serienmarkt

In den vergangenen drei Jahren seien die Branchenerlöse in Westeuropa um rund acht Milliarden Euro gewachsen – in den drei Jahren zuvor, zwischen 2020 und 2022, dagegen noch um mehr als 13 Milliarden Euro, so Olivia Deane, Research Manager bei Ampere Analysis. Freilich falle der Rückgang bei den Neubeauftragungen durch Sender und Streamer deutlich stärker aus als dieser Rückgang beim Umsatzwachstum. Der wichtigste Grund dafür: FAST-Channels und AVoD-Plattformen wachsen heute mehr als vor drei Jahren, tragen jedoch wenig bis gar nichts zur Beauftragung neuer Serien bei. Deane hatte dazu eindrucksvolle Zahlen parat: Im FAST-Segment in Westeuropa seien 2025 insgesamt 43.000 Serienstaffeln gelaufen – darunter null Originals. Im AVoD kamen demnach auf 32.000 Staffeln ganze 372 Originals.

Und selbst unter den globalen SVoD-Plattformen, die sich einst mit frischer Exklusivware gegenseitig zu übertreffen versuchten, diagnostizierte die Marktforscherin überwiegend rückläufige Produktionsaufträge. „Fünf von sechs globalen Streamern haben auf ein Acquistion-First-Modell umgestellt“, so Deane. Soll heißen: Ihr Volumen an Lizenzeinkäufen steigt, während die Zahl der Beauftragungen sinkt. Zwischen 2023 und 2025 gingen etwa bei Netflix in Westeuropa die Produktionsaufträge um 16 Prozent zurück, während die Lizenzkäufe um 18 Prozent zulegten. Bei Prime Video verzeichnete Ampere 15 Prozent weniger Aufträge und 26 Prozent mehr Ankäufe, bei Disney+ 28 Prozent Minus für Aufträge und 28 Prozent Plus für Lizenzen. Einzige Ausnahme: HBO Max – in Westeuropa noch relativ neu am Start – steigerte seine Beauftragungen um 88 Prozent und seine Lizenzkäufe um 306 Prozent.

Torsten Zarges, dwdl.de, 25.02.2026 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)