Zitiert: Serien im Hoch- und Kurzformat

Sogenanntes Micro-Drama ist gewissermaßen die logische Konsequenz sich verändernder Nutzungsgewohnheiten: Mobile first, also für den vertikal ausgerichteten Handybildschirm konzipiert, und snackable, also in kurzen Clips statt langen Episoden. So werden fiktionale Storys über Dutzende Kurzvideos hinweg erzählt. Die Branche boomt insbesondere in Asien, aber auch in Europa und Deutschland. […]

Was Serienmacher bei Netflix und Co. verstanden haben, nämlich dass Binge-Watching starke Cliffhänger braucht, haben die Micro-Drama-Produzenten perfektioniert. Die Geschichten hangeln sich von intensiver Szene zu intensiver Szene, es geht immer um alles, dauerhafte Dopaminausschüttung. […]

Das Finanzierungskonzept dieser Apps ist einfach: Die ersten Folgen der Serien sind kostenlos, dienen quasi zum Anfüttern des Publikums. Wenn es dann aber wirklich spannend wird, werden die Zuschauerinnen Stück für Stück zum Geldausgeben bewegt.

Marie Gundlach, sueddeutsche.de, 02.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)