Zitiert: Soziale Herkunft der Volontäre

Das zentrale Ergebnis lautet: Der Zugang zum Journalismus ist wenig sozial durchlässig. Das heißt: Soziale Herkunft entscheidet mit darüber, wer Zugang zum Journalismus erhält. Mehr als die Hälfte der Volontär:innen und rund zwei Drittel der Journalistenschüler:innen stammen aus akademischen Elternhäusern. Während in der vergleichbaren jungen Gesamtbevölkerung 72 Prozent aus Nicht-Akademikerhaushalten stammen, sind es unter den Volontär:innen nur 47,7 Prozent und unter den Journalistenschüler:innen sogar nur 34,8 Prozent.

Gleichzeitig haben wir uns auch den Bildungshintergrund der Befragten angeschaut. Dabei zeigt sich eine starke Bildungsselektion. Fast alle Befragten haben Abitur und über 90 Prozent haben eine Hochschule besucht. Nur ein ganz kleiner Anteil hat nicht studiert. Damit wirkt die soziale Selektion des Bildungssystems bis in den Journalismus hinein. […]

Diversität ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema im Journalismus. Medienhäuser und Journalistenschulen bekennen sich zu Diversität und inzwischen auch zu sozialer Vielfalt. Sie haben auf Forderungen nach mehr Diversität gezielt ihre Rekrutierungsprozesse angepasst. So ist ein Hochschulabschluss in vielen Fällen gar kein formales Zulassungskriterium mehr. Und trotzdem schaffen es am Ende vor allem diejenigen in die journalistische Ausbildung, die selbst studiert haben und zugleich aus einem akademischen Elternhaus stammen. Unsere Ergebnisse zeigen also eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Tanja Köhler, ejo-online.eu, 03.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)