Die gemeinsame Studie „Strapazierter Journalismus“ des ECPMF und des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld nimmt die von Journalist:innen erlebten Anfeindungen und Arbeitsbedingungen in den Fokus. Auf Basis einer bundesweiten Befragung zeigt sich, dass Anfeindungen kein randständiges Phänomen sind, sondern für viele der Befragten zum Berufsalltag gehören. Ein Großteil der Journalist:innen berichtet von wiederholten Anfeindungen, die sowohl digital als auch im direkten Kontakt erfolgen. Diese Erfahrungen bleiben nicht folgenlos, sondern wirken auf die journalistische Praxis zurück, etwa in Form von Themenverzicht oder Anpassungen in der Berichterstattung.
Hinzutreten strukturelle Veränderungen, die die Arbeitsrealität maßgeblich prägen. Die große Mehrheit der Befragten berichtet von wachsender Arbeitsverdichtung, steigendem ökonomischem Druck und zunehmenden Anforderungen. Diese Entwicklungen stehen in engem Zusammenhang mit zentralen Dimensionen journalistischer Praxis. So berichten Befragte teilweise von reduziertem Rechercheaufwand, wahrgenommenen Qualitätseinbußen und instabileren beruflichen Perspektiven. Auch Ausstiegsüberlegungen sind in diesem Kontext zu verorten. Die Ergebnisse verweisen damit im Einklang mit anderen Studien auf eine fortschreitende Prekarisierung des journalistischen Feldes.
ECPMF, Pressemitteilung, 23.04.2026 (online)

