Zitiert: Streamingabgabe in Höhe von 12 Prozent kommt in Österreich vorerst nicht

Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, der in der Sache aber stets gut informierte „Kurier“ hat nach eigenen Angaben aus mehreren Quellen erfahren, dass das entsprechende Vorhaben nicht Teil des am Mittwoch zu beschließenden Doppelbudgets sein wird. Demnach hätten sich ÖVP, SPÖ und Neos nicht über die Details einigen können. Geplant war, dass 7 Prozent direkt gezahlt werden müssen. Den Rest hätten sich die Streamer auch durch Investitionen in Produktionen anrechnen lassen können. Damit wollte die Regierung vor allem internationale Streamingdienste zur Kasse bitten, heimische Medienunternehmen liefen jedoch Sturm gegen das Vorhaben. Sie befürchteten, ebenfalls von der Abgabe betroffen zu sein und stellten einen Abbau von Arbeitsplätzen als Schreckensszenario in Aussicht. Einige Mitglieder des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP) wandten sich zuletzt in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und forderten diese auf, „die Pläne für eine Streamingabgabe grundlegend zu überdenken“. Sollte die Streamingabgabe jetzt nicht beschlossen werden, könnte der nächste Anlauf erst im Herbst erfolgen. Für die Produzenten sind das schlechte Nachrichten, sie fordern die Abgabe schon seit einiger Zeit und sahen in dem Proteststurm der privaten Medienanbieter zuletzt ein „TV-Theaterdonner, gesteuert und finanziert von Gewinninteressen internationaler Großkonzerne“.

Timo Niemeier, dwdl.de, 10.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)