Begriffe wie Fußball kommen in den Medien sehr viel häufiger vor als Sudan – obwohl sich dort die aktuell größte humanitäre Krise der Welt ereignet. Und das auch nicht erst seit gestern, sondern seit zwei Jahren. Wenn es darüber Texte gibt, tragen sie Titel wie „Der vergessene Krieg“ oder „Die Welt schaut weg“. Mich frustriert das, denn genau die Medienhäuser sind es doch, die dafür sorgen könnten, dass die Menschen hinschauen. […]
Eine gute Berichtsterstattung würde Menschen eine Perspektive geben und helfen, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Es muss erklärt werden, was die Beweggründe innerhalb des Landes sind, was internationale Akteure für eine Rolle spielen und wie auch Deutschland involviert ist. Und das fehlt.
Meret Weber, taz.de, 23.10.2025 (online)

