Ich hatte das Gefühl: Jetzt ist es genug. Ich war mit einer kurzen Unterbrechung fast 18 Jahre lang für die ARD in London. Das war bis zum Schluss spannend. Aber ich wollte nicht mehr tagesaktuell arbeiten, das wird auch immer unbefriedigender, weil jetzt alles immer schneller und kürzer werden muss. In Beiträgen, die 2:30 Minuten lang sind, kann man nicht viel analytisch erzählen. Das hat mir zunehmend gefehlt, das In-die-Tiefe-Gehen. Ich habe darum neben der Arbeit noch für britische Medien Analysen geschrieben, am Wochenende und nachts, das wurde auf Dauer zu anstrengend.
Annette Dittert, sueddeutsche.de, 11.05.2026 (online)

