Immer mehr Online-Umfragen liefern schnelle Antworten auf politische Fragen. Doch ihre Ergebnisse sind häufig kaum verallgemeinerbar.
Meinungsforschung ist zu einem täglichen Ritual geworden. Kaum taucht ein Thema auf der politischen Agenda auf, liefern Medien bereits Zahlen darüber, was die Bevölkerung angeblich denkt. Doch bei einem wachsenden Teil dieser Umfragen ist die Aussagekraft fraglich.
Davor warnt die European Survey Research Association (ESRA) in einer aktuellen Stellungnahme. Ulrich Kohler, Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Potsdam und an der Stellungnahme beteiligt, sieht die Qualitätsstandards der Umfrageforschung seit längerem erodieren (Deutschlandfunk).
Das zentrale Problem liegt in vielen Online-Umfragen. Entscheidend ist dabei nicht, dass eine Befragung im Internet stattfindet, sondern wie ihre Teilnehmer ausgewählt werden.
Bei einer Zufallsstichprobe muss grundsätzlich jedes Mitglied der untersuchten Bevölkerung eine bekannte Chance haben, ausgewählt zu werden. Bei vielen Online-Panels melden sich die Teilnehmer dagegen selbst zur Teilnahme an. Bestimmte Bevölkerungsgruppen können dadurch über-, andere unterrepräsentiert sein. […]
Entscheidend wären Informationen darüber, wie die Teilnehmer ausgewählt wurden und mit welcher Unsicherheit die Ergebnisse behaftet sind
Andrej Simon, Telepolis, 14.08.2026 (online)

